Gedanken der Verbundenheit

Liebe Gemeindeglieder und Freunde der Erfurter Thomasgemeinde,

ja, es ist eine merkwürdige, unwirkliche Zeit. Fast, wie Ruhe vor dem Sturm und an manchen Orten schon nach dem Sturm, aber die Zeiten für uns auch in Erfurt und als Thomasgemeinde bleiben zunächstauch erst einmal stürmisch. Gott sei Dank hältsich die Coronawelle dank derMaßnahmen der Bundesregierung und der Einsicht der meisten Menschenin Erfurt bisher in Grenzen. Zur Eindämmung der Virusgefahr nehmenauch wir als Gemeinde an den Beschränkungsmaßnahmen des öffentlichen Lebens teil. Das betrifft auch alle unsere Veranstaltungen. Über das Internet erreichen wir zumindest Diejenigen, die sich damit auskennen. Das tröstet etwas. Schmerzlich ist es für uns alsGemeindeleitung und für mich im Besonderen, wie wir unsere Älteren erreichen, die keinen Internetzugang haben.Wenn es möglich ist, dann halten Sie im Rahmen des Erlaubten den Kontakt und drucken hier und da etwas aus für Diejenigen, die sonst niemanden haben. Wir versuchen aus unserem Büro, so gut es geht, Aktuelles aus der Gemeinde mitzuteilen.

Nach wie vor haben wir die Thomaskirche tagsüber geöffnet für ein stilles Gebet oder eigener Andacht. Halten Sie dabei auch bitte Abstand. Zu Karfreitag und am Ostersonntag wird es einen Internetgottesdienst aus unserer Gemeinde geben. Am Ostersonntag ist die Thomaskirche ab 6.00 Uhr morgens geöffnet. Die Osterkerze wird brennen. In Abständen sind kleine Osterkerzenim Altarraumverteilt. Diese können mitgenommen werden. Und nun, wenn Sie mögen, etwas zur Besinnung:

Meditation – nach Psalm 34,8

„Der Engel Gottes lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.“

Engel . Sie lagern um uns herum.
Sie breiten ihre Flügel aus oder ihre Arme – je nach dem.
Sie schützen nicht vor dem Virus.
Aber vor der Angst. Das können sie: Uns die Angst nehmen.
Und die Panik vor dem, was uns beunruhigt.
Engel wiegen uns nicht in falscher Sicherheit.
Aber sie können die verängstigte Seele wiegen.
In ihren Armen oder Flügeln –je nach dem.
Im Moment reicht ein Engel nicht.
Da brauchen wir schon ein paar mehr.
Die Fülle der himmlischen Heerscharen,
wie damals –als Jesus geboren wurde –da waren sie alle da.

Die Engel. Und sie haben gesagt: Fürchtet euch nicht.
Denn sie fürchteten sich –also die Hirten.
Und wir fürchten uns auch. Vor dem, was plötzlich kommen könnte.
Oder was schon da ist.
Wir fürchten uns vor der Ungewissheit und vor dem,
was uns den Boden unter den Füßen wegzureißen droht.

Damals haben die Engel eine große Freude verkündet,
die allem Volk widerfahren soll.
Nämlich, dass der Heiland geboren sei.
Das klingt wie von einem anderen Stern .„Große Freude.“
Aber wieso sollte das nicht auch heute gelten?
Ist Gott etwa nicht da, nur weil das Virus da ist?

Fürchtet euch nicht.
Das will ich auch jetzt hören. Daran halte ich mich fest.
Mitten in der Angst –Freude.
Mitten in der Angst –ein Lächeln.
Mitten in der Angst –helfende Menschen.
Mitten in der Angst –Solidarität unter uns.

Das gibt es ja alles. Trotz Corona.
Mancherorts auch gerade wegen Corona.
Mitten in der Angst, mitten in der Sorge –die Engel.
Sie schützen nicht vor dem Virus –so ist das halt.
Aber es sind die himmlischen Wesen, die uns Bodenhaftung geben können.
Ich will meine Augen öffnen und die Engel sehen.
Oder hören.
Oder spüren. In mir, hinter mir, neben mir.
Auch in den Menschen, denen ich begegne. Oder per Telefon.
So geht es auch. Gottes Engel lagern sich um uns her.
Und helfen uns heraus.
Das glaube ich wirklich.

MEDITATION - Festhalte-Gebet (in Corona-Zeit) mit den Perlen des Glaubens

Gottesperle Gott

1.Stille an dir halte ich mich fest

Ich-Perle du siehst mich

Tauf-Perle sei mir nahe

Stille an dir halte ich mich fest

Wüsten-Perle sei bei mir in meiner Wüste

Stille an dir halte ich mich fest

Liebes-Perle lass mich deine Liebe spüren

Liebes-Perle verbinde mich …

  1. Geheimnis-P. … mit allen, die ich liebe: N., N. ….
  2. Geheimnis-P. … mit denen, die krank und in Sorge sind
  3. Geheimnis-P. … mit N., für den/die ich dich jetzt bitte

Nacht-Perle bleib bei mir, wenn ich Angst habe

Stille an dir halte ich mich fest

Gottesperle Gott, du hältst mich, jetzt und immer,in Zeit und Ewigkeit, Amen.

(Kirstin Faupel-Drevs, Nordkirche)

„Licht der Hoffnung“

Gemeinschaft im Glauben zu leben  ist auch weiter möglich.

Unsere Thomaskirche ist tagsüber geöffnet.
Aber vielleicht wollen Sie darüber hinaus noch etwas Anderes tun, z.B. eine Kerze um 19.00 Uhr ans Fenster stellen. Und vielleicht mögen  Sie eines der nachfolgenden Gebete sprechen, alleine oder in Familie. Jeder Haushalt für sich. Beim gemeinsamen Vaterunser wissen wir uns mit allen verbunden und von Gott gehalten.
Je mehr Menschen sich anschließen, desto heller scheint das Licht der Hoffnung – in der Welt, für die Welt.

Der Küchentisch Gottesdienst

Den vollständigen Text finden Sie [ hier ]

Fürbittgebet in der Corona-Krise

Gebet 1

- für zu Hause -

Herr, unser Gott, lieber Vater im Himmel! Du Schöpfer des Himmels und der Erde!
bringen wir unsere Sorgen und Nöte, alle Lasten und Krisen unseres Lebens. Besonders jetzt, in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit in unserem Land und  in der ganzen Welt,  kommen wir zu Dir und bitten Dich für die Menschen, die in unserem Land und weltweit mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind, bitten für Diejenigen, die in Quarantäne leben müssen; für Diejenigen, die in anderen Ländern „gestrandet sind“ und momentan nicht nach Hause kommen. Sei bei den Angehörigen, die um ihre Lieben bangen. Sei mit den Angehörigen der am Virus verstorbenen Menschen.

Wir erbitten deinen Beistand, deine Hilfe, baldige Heilung und Genesung und auch  deine heilsame Nähe. Tröste alle, die jetzt in Leid und in Trauer stehen.

Wir bitten für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben und  für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern. Schenke unseren Ärzten und Forschern deinen Geist, Zugaben an Weisheit und Energie und Gesundheit.

Wir befehlen Dir die politisch Verantwortlichen in  Bund, Ländern und Kommunen in unserem Land und weltweit an, die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen müssen.

Wir befehlen Dir diejenigen an, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen. Möge es Mittel und Wege geben, damit Lebensexistenzen eine gute Chance haben im Neuaufbau.

Wir bitten für diejenigen, die Verantwortung in Handel und Wirtschaft tragen und beten für die Menschen, die von Panik und Angst  überwältigt sind. Rufe die Menschen in unserem Land zur Umkehr, bei denen sich Herz und Verstand voneinander getrennt haben. Gib Einhalt  zur Abkehr von Egoismus und Raffgier und lass uns solidarisch mit den Schwachen sein. Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts  und der Sorge füreinander.

Lass‘  uns neu dankbar sein für unsere Gesundheit und alles Gute. Lass‘ uns bewusst sein, dass jeder Tag ein Geschenk ist.  Lass uns neu bewusst werden, dass unser Leben dein Geschenk ist und nicht selbstverständlich und  dass alles Werden und Gelingen letztlich in deiner Hand steht.
Schenke durch  diese surreale  Zeit und Erleben auch ein neues Denken und Handeln in unserem Land. Wirke Umkehr und Hinkehr zu dir.

Und wir bitten für unsere Kirchen und Gemeinden. Möge sich Dein Frieden, den Du geben kannst, in uns Christen inmitten dieser Heimsuchung ausbreiten. Wir bitten um Schutz und Schirm und um einen klaren Blick. Schenke uns Halt und Zuversicht. Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind, so stärke uns  in der Gewissheit,  dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind.

Begleite uns durch Tag und Nacht, denn Du hast zugesagt, dass Du bei uns bist, jeden Tag, bis an der Welt Ende. Darauf vertrauen wir und danken Dir für Dein Versprechen.

AMEN.

Ch.Knoll

Gebet 2

Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir! Jes 41,13

Herr,
ich fühle mich überfordert, hilflos und klein. Die Welt scheint aus den Fugen zu geraten. Eine Situation, wie gerade, haben wir noch nie erlebt. Was ich in den Nachrichten höre, verwirrt mich. Ich weiß nicht mehr, was ich denken soll. Jeder Tag bringt neue Informationen, neue Meinungen, neue Gedanken.

Herr,
lehre mich Vertrauen gegen alle meine Ängste, die in diesen unsicheren Zeiten in mir aufsteigen wollen. Denn Ängste machen niemanden gesund. Gib mir Frieden im Herzen, damit ich vernünftig in der Flut der Informationen hören kann, was wichtig, dass ich Entscheidungen treffen kann, die der aktuellen Lage entsprechen. Lass mich nicht vergessen, meine Hände zu waschen, damit ich für andere nicht zur Gefahr werde. Hilf mir, die nicht zu vergessen, die schon unter der Situation leiden, weil sie in Quarantäne sind oder in Angst leben müssen, weil ihr Immunsystem nicht so stark ist, wie meines. Erinnere mich, wem ein Telefonanruf gut täte!

Herr,

Heile, die vom Virus betroffen sind. Sei denen nahe, die in Quarantäne verzweifeln. Hilf denen, die gerade mit ihren Anliegen nicht vorkommen, weil alle nur noch über Corona nachdenken. Schenke den Ärzten und Pflegern Geduld, Weisheit und Kraft. Gib ihnen Helfer an die Seite, denn es sind zu wenige für die Aufgaben, die gerade auf sie zurollen.

Herr, erbarme dich!

Amen.

aus dem Henneberger Land