Altarfiguren

Anordnung und Bedeutung der Figuren
(nach „Der Thomasaltar zu Erfurt. Ein Meisterwerk spätgotischer Schnitzkunst“ von Pfr. Kurt Pohl, 1951)

Übersicht

1 + 2 + 3

1 Gott Vater- (nicht mehr vorhandene Figur)
2 Maria: In der Mitte des Altars ist die Legende der Krönung Marias zur „Himmelskönigin dargestellt. Im Katholischen Festkalender gibt es das Fest „Mariä Himmelfahrt“ (15.08.)
3 Christus krönt Maria zur Himmelskönigin (vgl. Nr. 2).

4 + 5

4 Jakobus der Ältere: Einer der Apostel, älterer Bruder des Johannes (Nr.6). Die Legende berichtet von seiner Wirksamkeit in Spanien. Sein Grab wird in Santiago de Compostella verehrt. Er ist der Tracht der Pilger von Compostella dargestellt (mit Muscheln besetzter Pilgerhut und Stiefel).
5 Johannes der Täufer: Bußprediger, Vorläufer Jesu

6 + 7

6 Johannes, der Jünger und Evangelist: Mit seinem Bruder Jakobus (Nr.4) und Petrus (Nr.14) gehört er zum Kreis der Jünger, die Jesus besonders nahe standen.
7 Paulus: In der neutestamentlichen Überlieferung werden Paulus und Petrus (Nr.14) als Gegenspieler in Fragen der Theologie und Gemeindeleitung geschildert. Sie sind deshalb, wie auch oft an Kirchenportalen, hier im Altar genau einander gegenüber angeordnet.

8 + 9 + 10

8 Unbestimmbare Figur; evtl. der Hl. Martin von Tours (unsicher).
9 Hieronymus übersetzt im 4. Jahrhundert n. Chr. in Bethlehem die Bibel ins Lateinische. Die Legende machte ihn zum Kardinal, deshalb ist er hier in Kardinalstracht dargestellt.
10 GregorI. (der Große) wird zu den vier lateinischen Kirchenvätern gezählt (mit Nr. 9, 24 und 25). 590 n.Chr. zum Papst gewählt, deshalb hier mit Tiara auf dem Kopf dargestellt.

11 + 12 + 13

11 Thomas: Zusammen mit Nr. 12 ist die Begegnung zwischen dem Auferstandenen und dem „ungläubigen Thomas“ dargestellt.
12 Christus bei der Begegnung mit Thomas (s. Nr. 11)
13 Michael: Der Erzengel wird als Kämpfer gegen den Satan dargestellt. Im Mittelalter wird er Schutzpatron der Deutschen (daher „Deutscher Michel“).

14 + 15

14 Petrus: siehe zu Nr. 7
15 Andreas: Bruder von Simon Petrus (Nr. 14) und mit ihm gemeinsam zum Jünger berufen. Er soll das Evangelium nach Skythien (in der Gegend der heutigen Krim) gebracht haben und wurde deshalb der Schutzheilige Russlands.

16 + 17

16 Matthäus der Zöllner: Die kirchliche Tradition sieht in ihm den Verfasser des Matthäus-Evangeliums.
17 Philippus: Er kommt durch Johannes d. Täufer in den Jüngerkreis.

 

 

18 + 19

18 Bartholomäus: Vermutlich ist er der gleiche Jünger, der an anderer Stelle in der Bibel Nathanael genannt wird.
19 Maria Magdalena: Sie begleitet mit anderen Frauen Jesus und die Jünger. Die Legende setzt sie gleich mit der Maria, die die Füße salbt. Deshalb ist ihr Attribut das Salbgefäß.

20 + 21

20 Katharina von Alexandrien: Zusammen mit Barbara (Nr.28), Dorothea (Nr.29) und Margareta (Nr.21) gehört sie zu den vier „heiligen Haupt- oder Erzjungfrauen“. Über ihr Leben gibt es nur legendarische Überlieferung. Sie wird mit zu den „14 Nothelfern“ gezählt.
21 Margaretha: Zusammen mit Nr. 20 ,28 und 29 eine der vier „heiligen Haupt- oder Erzjungfrauen“ und der „14 Nothelfer“.

22 + 23 + 24

22 Agnes: Nach einer Aufzeichnung von 354 n. Chr. Anfang des 4. Jh. als Märtyrerin gestorben.
23 Laurentius: In der Christenverfolgung 258 unter Kaiser Valerian erleidet er den Märtyrertod.
24 Ambrosius von Mailand: Bischof von Mailand 374 – 397. Von sprichwörtlicher Beredsamkeit, deshalb hier als Sprechender dargestellt.

25 + 26 + 27

25 Augustinus: Durch Ambrosius (Nr.24) im Alter von 33 Jahren getauft. Einer der gelehrtesten Theologen und Philosophen  der Geistes- und Kirchengeschichte. Der Augustiner-Orden ist nach ihm benannt; Luther war Augustiner-Mönch.
26 Stephanus: In der Urgemeinde einer der 7 Armenpfleger. Er ist der erste Märtyrer der jungen christlichen Kirche.
27 Georg: Der beliebteste Märtyrer des christlichen Altertums und des Mittelalters. Einer der „14 Nothelfer“. Im 13. Jahrhundert wird er Patron Englands.

28 + 29

28 Barbara: Erst im 10. Jahrhundert kam die Barbara-Legende auf. Sie stirbt als Märtyrerin und gehört zu den „14 Nothelfern“.
29 Dorothea: Für ihre Biografie gibt es keine historische Überlieferung. Sie gehört zu den 4 Hauptjungfrauen (mit Nr. 20, 21,28).

 

30 + 31

30 Simon Zelotes oder Judas, des Jakobsus Sohn: Die Figur ist nicht klar zu bestimmen. Simon der Zelot ist einer der Jünger. Die Säge ist sein Attribut, weil er das Martyrium durch Zersägen erlitt. -Judas, des Jakobus Sohn (auch Thaddäus oder Lebbäus genannt), ist nach manchen Überlieferungen einer der zwölf Jünger.
31 Jakobus der Jüngere: Der Name Jakobus kommt im Neuen Testament häufig vor; es ist jedoch nicht genau zu klären, ob damit eine oder verschiedene Personen gemeint sind. Seit Hieronymus (Nr.9) wird Jakobus der Jüngere mit dem Bruder Jesu namens Jakobus Gleichgesetzt. Jakobus soll Jesus sehr ähnlich gesehen haben; die mittelalterliche Kunst bringt dies in ihren Darstellungen sehr oft zu Ausdruck (auch hier im Altar: vgl. Nr. 3 und 12).

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